Innovatives Lernzentrum begeistert Jugendliche und Erwachsene
Viernheim/Mannheim. Einen Einblick in zukunftsorientierte Bildungsangebote erhielt kürzlich eine Gruppe des Viernheimer Bürgernetzwerks bei einem Besuch im Tumozentrum Mannheim. Am vergangenen Freitag wurden fünf Erwachsene und fünf Jugendliche von Juliane Schmitt, Leiterin des Tumozentrums, sowie Nicole Böke aus dem Bereich Kommunikation begrüßt und durch die modernen Räumlichkeiten geführt.
Das Tumozentrum, das seit 2024 in Mannheim besteht, ist eine innovative Bildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren. In dem kostenfreien Angebot können die Teilnehmenden eigenständig und praxisnah Kompetenzen in acht verschiedenen Lernfeldern erwerben. Dazu zählen unter anderem Programmieren, Robotik, 3D-Modellierung, Fotografie, Film- und Musikproduktion, Spieleentwicklung sowie Grafikdesign.


Nach einer Einführung hatten die Jugendlichen aus der Besuchergruppe Gelegenheit, die Lernwelten selbst auszuprobieren. Begeistert testeten sie die Lernsoftware, programmierten erste Abläufe und ließen Objekte am 3D-Drucker entstehen. „Die Lernsoftware ist gut gemacht und macht Spaß“, fasste die 14-jährige Anna ihre Eindrücke zusammen. Amelie berichtete stolz von ihren ersten Programmiererfahrungen: „Ich habe einen Roboter programmiert, der jetzt fehlerfrei durch einen Parcours fährt.“ Ihr Mitstreiter Matthis hätte am liebsten direkt mit dem Bau eines echten Roboters begonnen.
Auch die erwachsenen Teilnehmenden zeigten sich beeindruckt. Besonders die offene Atmosphäre und die hochwertige Ausstattung hinterließen Eindruck. „Das ist eine attraktive und wertschätzende Lernumgebung, die ich mir auch für unsere Schulen wünschen würde“, sagte Heike Gander, Lehrerin an einer Viernheimer Schule und die Vertreterin des Bürgernetzwerks, die den Kontakt zum Tumozentrum hergestellt hatte.
Der Besuch war Teil eines größeren Vorhabens des Bürgernetzwerks. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Frage, welche Bildungsangebote es in Viernheim bereits gibt und wie diese weiterentwickelt oder ergänzt werden können. Ziel ist es, Impulse für neue, zeitgemäße Lernformate zu sammeln. Der Besuch im Tumozentrum bildet den Auftakt zu weiteren Besichtigungen innovativer Einrichtungen in der Region.
Wolfram Theymann vom Bürgernetzwerk betonte die Bedeutung des Konzepts auch für Viernheim: „Uns interessiert zum einen das zukunftsgerichtete Lernen, aber auch, wie hier durch die hochwertige Ausstattung Wertschätzung gegenüber den Jugendlichen gezeigt wird. Spannend ist zudem die Finanzierung über Sponsoren – denn oft heißt es bei neuen Ideen sofort, dafür sei kein Geld da. Hier sieht man, dass mit etwas Kreativität doch noch eine ganze Menge mehr möglich ist.“

Das Tumokonzept stammt ursprünglich aus Armenien, wo 2011 das erste Zentrum eröffnet wurde. Initiiert von den Unternehmern Sam und Sylva Simonian, verfolgt es das Ziel, jungen Menschen kostenfrei Zugang zu moderner technologischer und kreativer Bildung zu ermöglichen und ihnen Perspektiven in ihrer Region zu eröffnen.
Das Mannheimer Tumozentrum befindet sich im Technologiezentrum hinter dem Hauptbahnhof und ist damit auch für Viernheimer Jugendliche gut erreichbar. Es steht Kindern und Jugendlichen aus der gesamten Region offen. Neue Lerngruppen starten im Februar. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden Interessierte unter https://mannheim.tumo.de/. Für Schulklassen oder auch Gruppen aus Sportvereinen o.ä. sind auch sogenannte „Tumo-Visits“ möglich, sozusagen ein Ausflug ins Tumozentrum für einen Teil des Lernprogramms zum Schnuppern.
(Viernheimer Tageblatt)
