Bürgernetzwerk auf Brückentour

Sanierte Brücken und Radwege nach Weinheim besichtigt – eine Lücke bleibt

Im Zuge einer Radtour besichtigten Mitglieder des Bürgernetzwerkes Viernheim die sanierten Brückenbauwerke an den Aussiedlerhöfen und bei der Lammschlachterei Baumann. Insgesamt hinterließen die sanierten Bauwerke einen professionellen Eindruck und verheißen langjährigen Bestand.

Ordentlich sanierte Brücke am Anwesen Landmetzgerei Hoock

Aktuell wurde das Thema, weil die Stadtverwaltung versucht hatte, die rechtliche Einstufung und damit Schutz der Gräben aufzuheben (als Gewässer dritter Ordnung). Dem widersprach das zuständige Regierungspräsidium Darmstadt. Die Gräben bleiben Gräben. Das Bürgernetzwerk begrüßt diese Entscheidung. Historisch dienten einige Gräben zur Entwässerung, andere zur Bewässerung. Derzeit führt nur noch der Landgraben Wasser und weist eine Besonderheit auf durch die Schaffung von Ausuferungszonen als ökologische Ausgleichsmaßnahme zur damaligen Bebauung Am Bannholzgraben I. Diese sind eine ökologische Bereicherung für die Tierwelt und ein Vorbild kommunalen Naturschutzes. Vögel, Fische, Insekten und Pflanzen profitieren davon, in dem der Landgraben sich verzweigen (fachlich: mäandern) kann. Funktionierende Gräben könnten angesichts drohender Dürreperioden eine wichtige Rolle bei einer nachhaltigen kommunalen Wasserwirtschaft spielen. Unter Umständen ließen sich diese durch Anbindung an die Weschnitz wieder teilweise fluten oder könnten große Niederschlagsmengen bei Starkregen aufnehmen. Bei der Besichtigung konnten die Vertreter des Bürgernetzwerks jedoch feststellen, dass die Gräben an einigen kleinen Stellen schon zugeschüttet sind. Insofern machen Brückenbauwerke dann keinen Sinn mehr. Deshalb sollten nach Instandsetzung der Brücken auch Überlegungen folgen, die Gräben wieder zur Be- und Entwässerung nutzen zu können. Das Bürgernetzwerk, so Stv. Sabine Martin vom Bürgernetzwerk, könnte sich vorstellen, diese Ausuferungsflächen als weiteren ökologischen Ausgleich (z.B. NW-2) fortzuführen.

Aufgefallen ist außerdem die Sanierung der Radwege ab ehemaligen Tierarzt Gräbe über die Brücken zur Weinheimer Innenstadt. Diese Route über den Alten Weinheimer Weg ist bei Radfahrern beliebt und stellt eine Alternative zur umstrittenen Wegeführung des geplanten Radschnellweges durch die Innenstadt und entlang der OEG ins Weinheimer Gewerbegebiet dar.

Unsanierter Übergang Feldweg Am Alten Weinheimer Weg

Kritik des Bürgernetzwerkes ruft hingegen die fehlende Instandsetzung der Wegeverbindung am Alten Weinheimer Weg kurz nach Ortausgang in Höhe der privaten Grünparzelle hervor. Nach Beseitigung des baufälligen Überganges vor über 3 Jahren wurde dessen Instandsetzung auch im Rahmen der o.g. Sanierungen erwartet. Diese war aber nicht eingeplant, obschon hierfür in ehemaligen Investitionsplan mehrfach Mittel eingestellt waren. Dieser Weg stellt eine Verbindung zwischen Rad- und Fußweg entlang der OEG und Am Alten Weinheimer Weg dar und ist im Gegensatz zu seinen weiter entfernt Pendant durch Betonplatten auf ganzer Strecke gut mit dem Fahrrad befahrbar.

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