Viernheim ist eine Stadt der Pendler. Viele sind aufgrund der teils unzureichenden ÖPNV-Anbindung auf das Auto angewiesen. Politik muss sich an der Lebensrealität der Menschen orientieren, nicht an Wunschvorstellungen. Wenn sich der Arbeitsweg ohne Auto zeitlich verdrei- oder vervierfacht, ist es nicht verwunderlich, dass viele beim PKW bleiben.
Mobilität soll für alle gelingen, egal ob für Autofahrer, Radfahrer, oder Fußgänger. Jeder Verkehrsteilnehmer verdient Respekt für seine Wahl der Fortbewegung, ohne verordnete Schikanen oder ideologisch motivierten Einschränkungen. Dazu muss man eine konkrete Zielsetzung verfolgen und sich nicht in unauflösbare Widersprüche verstricken, welche in Folge von Maßnahmen entstehen, die nicht zusammenpassen.
Undurchdachte Kampagnen wie „Alle brauchen Platz“ sind blinder Aktivismus und müssen der Vergangenheit angehören. Sie müssen durch ganzheitliche Konzepte ersetzt werden. Die Stadt muss erst ein Konzept erarbeiten, dann die Bürger informieren und erst dann in Aktion treten, nicht umgekehrt.
Beim Verkehr geht es immer auch um Stadtplanung. In der Vergangenheit wurden hier Fehler gemacht. In vielen Stadtgebieten entstanden zu wenige Parkplätze, zu enge Bürgersteige und unzureichende Radwege. Mit diesem Zustand wird in Zukunft gearbeitet werden müssen. Wir blenden diese Herausforderung nicht aus.
Dafür werden wir uns einsetzen:
- Wenn örtlich nicht anders möglich, fordern wir das Gehwegparken explizit durch Verkehrsschilder zu erlauben. Bis dahin muss es toleriert werden, insofern nicht von mutwilligen Verstößen auszugehen ist. Lösungen müssen Quartiersweise unter Einbezug der Anwohner erarbeitet werden.
- Wir streben eine zukünftige Verkehrsführung an, die nach Wegen sucht die Lärmbelastung durch Durchgangsverkehr möglichst gerecht zu verteilen. So können bspw. viel belastete Straßen durch
Einbahnstraßenregelungen entlastet werden. - Mit der geplanten CO2-Abgabe wird das Autofahren ab 2027 wesentlich teurer und Bürger werden Alternativen suchen. Diese Chance muss die Stadt nutzen, idealerweise durch eine massive Verbesserung des ÖPNV-Angebots oder einen massiven Ausbau der Ladeinfrastruktur.
- Die im Nahmobilitätscheck 2021 festgestellten Kritikpunkte müssen konsequent aufgearbeitet und in konkrete Maßnahmen überführt werden.
