Vom Besuch beim „Besten Milchmann der Welt“

„Wir wollen der beste Milchmann der Welt sein“ – so beschreibt das junge Unternehmen Picnic seine Mission. Der Online-Lebensmittelhändler betreibt in Viernheim ein großes Fulfillment-Center, also ein modernes Logistiklager, von dem aus Bestellungen in der Stadt und der ganzen Region ausgeliefert werden. Die kleinen Elektro-Lieferwagen mit rotem Logo sind vielen Viernheimerinnen und Viernheimern längst bekannt.

Neugierig auf den Betrieb hinter diesem Service hatte das Bürgernetzwerk Viernheim zu einer Besichtigung eingeladen. Mehr als 40 Interessierte folgten der Einladung und wurden von Standortleiter Karl Köpke und einer Teamleiterin begrüßt. Beide nahmen sich viel Zeit, um den Gästen das Unternehmen und den Arbeitsalltag im Lager näherzubringen.

Picnic wurde in den Niederlanden gegründet und ist inzwischen in drei europäischen Ländern aktiv. In Viernheim befindet sich eines von inzwischen 20 sogenannten Fulfillment-Centern. Dort werden alle Online-Bestellungen einzeln zusammengestellt – oder, wie es im Fachjargon heißt, kommissioniert – und dann in das angeschlossene Auslieferungslager gebracht. Von hier starten täglich die Lieferwagen in Viernheim und in die Region. Außerdem werden von Viernheim aus weitere Städte wie Wiesbaden, Frankfurt oder Stuttgart beliefert.

Wie das in der Praxis funktioniert, konnten die Besucherinnen und Besucher vor Ort erleben. Nach der Sicherheitsausstattung mit Schuhen und Warnwesten durften Freiwillige das Kommissionieren selbst ausprobieren. Ausgestattet mit Handschuhen und einem kleinen Computer erhielten sie genaue Anweisungen, welche Produkte aus welchem Regal in welche rote Kiste gelegt werden sollen – ein Prozess, der für Neugier und Spaß sorgte. Der Hinweis von manchen aus der Besuchergruppe, man möge bitte schneller arbeiten, da der Kunde bereits auf die Lieferung wartet, durfte natürlich nicht fehlen.

Auch das Thema Nachhaltigkeit kam zur Sprache: Warum verwendet Picnic Plastiktüten für die Lieferung? Karl Köpke erklärte, man teste intensiv Alternativen. Doch Papierverpackungen erfüllen in vielen Fällen nicht die Hygienevorgaben und verursachen bei der Produktion sogar mehr CO₂ als die derzeit genutzten Kunststoffbeutel.

Am Ende der Führung konnten noch weitere Fragen gestellt werden, die Herr Köpke ebenfalls geduldig beantwortete. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile 8.000 Mitarbeitende, betreibt 20 Lager und liefert mit 4.000 Elektrofahrzeugen in 500 Städten Lebensmittel aus. Und die Besuchergruppe lernte, dass die frischen Lebensmittel oft frischer seien, als im Supermarkt, da diese nicht mehr durch ein Zwischenlager gehen müssen, sondern vom Produzenten oft direkt ins Fulfillment-Center geliefert werden.

Wolfram Theymann vom Bürgernetzwerk bedankte sich bei Karl Köpke und seinem Team für die Einblicke in ein sympathisches, junges und wachsendes Unternehmen mit einem wichtigen Standort in Viernheim. Dass die Bürgerinnen und Bürger an solchen Einblicken sehr interessiert sind, zeigt die Nachfrage. Die 40 Plätze waren innerhalb weniger Tage vergeben und manche mussten sich mit einem Platz auf der Warteliste zufriedengeben. „Wir machen da auf jeden Fall weiter und wollen uns noch mehr Unternehmen anschauen. Vielleicht schauen wir auch bei Picnic nochmal mit einer Gruppe vorbei“, so Theymann. „Immerhin haben wir noch eine Warteliste abzuarbeiten…“.

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