Wie grün ist Viernheim?

Wählerinitiative Bürgernetzwerk zur Begrünung, ökologischen Ausgleichsflächen und Baumbestand

von Dr. Uwe Pfenning

Kommunaler Umweltschutz ist maßgeblich auch Begrünung von Flächen. Diese dienen durch Versickerung, Verdunstung und Verschattung (unsere 3Vs) dem lokalen Klima. Daneben bilden sie Lebensräume für Tiere wie Vögel, Insekten und Kleinsäuger.

Ökologisch wertvoll sind dabei Wiesen und größere Baumflächen mit vor allem älteren Bäumen mit großem Laubwerk und gut ausgebildeten Kronen. Stehen diese an Straßen, erhöht sich deren ökologischer Wert nochmals, weil sie Beton- und Asphaltflächen verschatten, die sich ansonsten stark erhitzen würden.

Das Bürgernetzwerk hat dazu auf einer kleinen Stadttour mehr als 50 ehemalige Baumstandorte ausfindig gemacht. Diese sind verwaist und zumindest nicht in unmittelbarer Nähe ersetzt worden. Das Bürgernetzwerk favorisiert jeweils eine Ersatzbepflanzung unmittelbar am alten Standort, um das Kleinklima im Areal beizubehalten.

Viernheim verfügt inzwischen über ein Baumkataster was begrüßenswert ist, weil es als Grundlage für eine systematische Neu- und Ersatzbepflanzungen dienen kann. Demnach hat sich der Baumbestand in Viernheim in 2025 um ca. 50 Bäume verringert. Diese Bilanz täuscht, da es viele Neuanpflanzungen gab, weshalb die Anzahl gefällter Bäume deutlich höher ist. Denn die Stadt erwies sich in 2025 als maßgeblicher Baumfäller. So bei den Baumaßnahmen am Kapellenberg, am Bürgerhausparkplatz, illegaler Weise in Nordwest II und entlang der Wormserstraße. Davon zu unterscheiden sind Abholzungen wegen Baumkrankheiten und Gefährdungen durch morsche Stämme und Äste. Derzeit laufen professionelle Neupflanzungen in der Heidelbergerstraße. Es ist anzuerkennen, dass das zuständige Amt sich hier engagiert und Flagge zeigt für den Umweltschutz gegenüber den vielen Baumaßnahmen, in deren Rahmen Bäume leider verloren gingen.

Das Bürgernetzwerk tritt für umfassende ökologische Aufwertungen der Grünflächen und massive Baumanpflanzungen ein. Mittelfristiges Ziel wäre eine Anzahl von 10.000 plus X-Bäume, vor allem auch in Stadtgebiet.

Bedarfe sieht man auch bei den ökologischen Ausgleichsflächen, deren Umsetzung wie auch Ausgestaltung zu überprüfen ist. Denn mancherorts liegt wie bei der Ausgleichsfläche am Bannholzgraben eine unzulässige Fremdnutzung als Bolz- und Volleyballspielfeld vor. Da diese mitunter aber sozial sinnvoll sind, müssten andere Areale dieser Ausgleichsflächen ökologisch aufgewertet werden, um den ökologischen Ausgleich zu gewährleisten. Dazu empfiehlt das Bürgernetzwerk die Einbeziehung der Fachkompetenz der lokalen Umweltverbände wie Nabu und BUND. Eine Bestandsaufnahme der ökologischen Ausgleichsflächen ist deshalb sinnvoll.

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