Viernheims Luft – Bürgernetzwerk unterstützt CDU Forderung nach Tempolimit

Pressemitteilung Wählerinitiative BÜRGERNETZWERK Viernheim

von Dr. Uwe Pfenning

Die CDU Viernheim hatte 2025 die Initiative eingebracht, auf der BAB Mannheim- Weinheim durchgehend ein Tempolimit von 100km/h anzustreben. Die Verwaltung wurde beauftragt, dieses Vorhaben weiterzuleiten an die zuständigen, übergeordneten Stellen. Das Bürgernetzwerk Viernheim unterstützt diese ökologische Forderung zum Lärmschutz, zur Verminderung von Abgasemissionen sowie auch zur Senkung von Unfallrisiken.

Ungeachtet dessen, dass auf dieser Strecke tagsüber aufgrund der hohen Verkehrsdichte ohnehin selten schneller gefahren werden kann, ist ein Tempolimit sinnvoll, um angesichts der vielen Ein- und Ausfahrten unfallträchtige Situationen besser zu vermeiden. Denn die vielen Einfahrten bedingen Spurwechsel und bei den Ausfahrten geht es um die nötige Geschwindigkeitsreduktion im fließenden Verkehr. Leider ist in den Verkehrsnachrichten der Tageszeitungen immer wieder von Unfällen zu lesen, die sich deshalb ereignen. Derzeit gelten sowohl auf Mannheimer- als auch auf Weinheimer Seite bereits Tempolimits von 70km/h bei der Zufahrt bzw. und im weiteren Verlauf teilweise ohnehin bereits 100km/h.

Vom Verkehrslärm her betrachtet, sind die Unterschiede zwischen Tempo 100 und höheren Geschwindigkeiten beträchtlich, da sich die Lärmentwicklung nicht linear zur Geschwindigkeit verhält, sondern exponentiell ansteigt. Das gilt insbesondere, wenn Auto- oder Motorradfahrer ihre Motoren mit hohen Drehzahlen beim starker Beschleunigung „aufheulen“ lassen und sich diese punktuellen Geräusche deutlich vom durchschnittlichen Verkehrslärm abheben. Entlang der Viernheimer Seite befinden sich Wohngebiete (Mannheimer Straße, Leimenkaute, Hinter den Zäunen, Oststadt, Bannholzgraben I). Die flache Gewerbebebauung am RNZ und Heidelbergerstraße dient kaum als Lärmschutz für diese Wohngegenden, teils handelt es sich auch um Mischbebauungen, also Gewerbe und Wohnen. Eine Lärmreduktion durch E-Autos wird noch lange auf sich warten lassen.

Die Luftqualität in Viernheim gab in der Vergangenheit öfters Anlass zur Sorge. Bei den regionalen Luftreinhalteplänen der 70er bis 90er Jahre war Viernheim stets dabei, es gab eine zentrale Messstelle der Landesanstalt für Umwelt Hessen. Seitdem sind diese Daten verwaist, gleichwohl die Nähe zu drei Autobahnen, zunehmender innerstädtischer Autoverkehr, gewerbliche, industrielle und private Emissionen, auch durch die ständigen Siedlungserweiterungen, Anlass zur Sorge über saubere Luft geben sollten. Deshalb wäre nach Bensheimer Vorbild ein kommunaler Luftreinhalteplan sinnvoll, der Stickoxide, Feinstaub und Ozon- und ggf. Benzolwerte erfasst und auswertet. Damit hätte man für die kommunale Politik eine sachliche Handhabe für ökologische Verbesserungen im Mobilitätssektor. Tempolimits zählen hierzu, auch innerhalb der Ortschaft.

Generell sind Regulierungen nach Ansicht des Bürgernetzwerkes nur zweite Wahl bei politischen Vorhaben, besser sind Verhaltensänderungen durch Rücksicht und eigene Überzeugungen. Dazu zählen Information, Aufklärung, Erfassung der Datenlage, öffentliche Diskussion sowie akzeptable alternative individuelle (Rad, Fußwege) und kollektive Mobilitätsoptionen (ÖPNV, Car-Sharing) anstelle des privaten PKW.

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