ÖPNV: Kürzer & schneller – Sicherheit erhöhen – Nutzer und Bürger beteiligen

von Dr. Uwe Pfenning

Der öffentliche Personennahverkehr (kurz: ÖPNV) besteht in Viernheim aus der Anbindung an den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN, ehedem OEG), den Bahnbussen und den stadtwerkeeigenen Bussen im Stadtbereich. Idealerweise sollten diese für schnelle Umstiege in den Taktzeiten sowie Kapazitäten aufeinander abgestimmt sein. Hinzu kommen die Fahrtrouten: Je kürzer und schneller, umso besser und attraktiver ist der ÖPNV.

Derweil die Taktzeiten im Berufsverkehr mit 10 Minuten gut sind, fährt in den Nachtstunden nach 1 Uhr nachts bis 4.30h morgens kein Zug (Linie 5) mehr Viernheim an. Dies kritisiert das Bürgernetzwerk und sieht insbesondere Jugendliche dadurch eingeschränkt. Die Züge im Berufsverkehr sind randvoll, was den Komfort einschränkt. Nur teilweise fahren die Züge in Doppeltraktion, also mehrere einander gekoppelte Züge. Ebenso könnte die Trennung der Nutzergruppen in den stark frequentierten Morgenstunden eine Idee sein, z.B. nach amerikanischen Vorbild durch Schulbusse. Da die OEG/VRN entlang der südlichen Stadtgrenze fährt, ergeben sich lange und umständliche Anfahrtswege für Nutzer aus den nördlichen Stadtteilen. Hier wäre zu überlegen, die Haltestelle Tivoli/RNZ zum zentralen Einstiegsort zu machen, da diese mit dem Auto und Bus via Umgehungsstraße besser zu erreichen ist als der Bahnhof am Berliner Ring. Gut wären auch direkte Fahrradweganbindungen und gesicherte wie auch überdachte Abstellmöglichkeiten sowie Leihräder (NextBike u.a.). Die Stadt Viernheim ist aus diesem Programm wieder ausgestiegen. Das Bürgernetzwerk würde einen Wiedereinstieg favorisieren.

Die Fahrtzeiten zu den Hauptbahnhöfen Heidelberg (1h) bzw. Mannheim (32 Minuten) sind sehr lange. Expressbahnbusse an zentralen Haltestellen (z.B. Bahnhof Käfertal) mit direkter Anbindung zum Hauptbahnhof und Expresszüge mit weniger Haltestellen wären eine Überlegung und eine Testphase wert. Auch einzelne Busse der Stadtwerke könnten morgens und abends den Bahnhof Viernheim oder Tivoli/RNZ direkt anfahren. Allein ein Halt der Bahnbusse an der Nordwest/Nordstadt könnte eine Verbesserung sein. Derzeit hält der Bus etwas abgelegen am Waldschwimmbad.

Darüber hinaus gibt es auch privat organisierte Lösungen wie Fahrgemeinschaften via PKW oder Fahrrad oder Park & Ride-Plätze für den Umstieg vom PKW auf die Bahn oder Buslinien. Da die Mitnahme von Fahrrädern in den überfüllten Bahnen schwierig bis zeitweise verboten ist und zu Konflikte führen kann (z.B. wenn Kinderwägen dazu kommen), sind Klappräder eine Empfehlung. Diese lassen sich auf die Größe eines kleineren Gepäckstückes zusammenfalten und brauchen deshalb wenig Platz. In Schweizer Bahnen lassen sich Fahrräder hochkant am Vorderrad aufhängen, wodurch mehr Platz für eine Mitnahme mehrerer Räder entsteht.

Um all diese Optionen sachlich und hinsichtlich ihrer Akzeptanz bewerten zu können, empfiehlt das Bürgernetzwerk eine detaillierte Bürgerbefragung zum Nutzerverhalten im ÖPNV und flankierend Workshops du Ortstermine mit Nutzern zum Ziel eines Bürgergutachtens für konkrete Empfehlungen. Zu den o.g. Ideen unsererseits finden sich sicherlich weitere Ideen und Vorschläge aus der Bürgerschaft. Besonderes Augenmerk gehört immer der Sicherheit an den Haltestellen. Hier sieht das Bürgernetzwerk die Betreiber in der Verantwortung dringlich mehr zu tun. Dies gilt insbesondere für die Haltestellen Viernheim-Ost und Walter Gropius Allee. Die Palette reicht von der Installation akustischer und optischer Warnanlagen, Sperrgittern, Abzäunungen bis hin zu versetzten Haltepunkten und veränderten Ausstiegsmöglichkeiten. Hierfür wären Ortstermine dienlich.

Anstehende Veranstaltungen