Bürgernetzwerk fordert Konzept gegen Jugendgewalt und Drogenkriminalität
Die Fraktion Bürgernetzwerk Viernheim hat für die kommende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag eingebracht, der die Entwicklung eines umfassenden kommunalen Konzepts zur Bekämpfung von Jugendgewalt, Alkoholmissbrauch und Drogenkriminalität fordert.
In den vergangenen Monaten haben sich die Vorfälle von Gewalt durch Jugendliche in Viernheim gehäuft. Neben den Ereignissen rund um den Jahreswechsel 2024/2025 verweist das Bürgernetzwerk auf jüngste Gewalttaten, darunter eine größere Auseinandersetzung am Bannholzgraben sowie schwere Körperverletzungen zwischen Jugendlichen und Erwachsenen. Hinzu kommen wiederkehrende Sachbeschädigungen, Vermüllung öffentlicher Flächen, beschädigte Abfallbehälter und Schäden an Fahrzeugen.
„Wir dürfen nicht warten, bis sich problematische Strukturen verfestigen. Es gilt jetzt, entschlossen und gleichzeitig mit Augenmaß zu handeln“, erklärt die Fraktion Bürgernetzwerk Viernheim.
Der Antrag sieht vor, dass die Stadtverwaltung zeitnah ein Konzept erarbeitet, das ordnungsrechtliche, präventive und sozialpädagogische Maßnahmen miteinander verbindet. Dazu sollen unter anderem regelmäßige Kontrollen, Streetwork-Angebote, Aufklärungs- und Präventionskampagnen sowie Hilfs- und Rehabilitationsangebote gehören. Ziel ist es, Jugendliche frühzeitig von Gewalt, Alkohol- und Drogenmissbrauch abzuhalten und bestehende Konflikte konstruktiv aufzuarbeiten.
Ein besonderer Fokus soll auf der Identifizierung sozialer Brennpunkte liegen. Nach Auffassung des Bürgernetzwerks hat sich insbesondere der Bereich Bannholzgraben in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Treffpunkt von Jugendlichen entwickelt. Deshalb soll dieser Bereich bei der Ausarbeitung des Maßnahmenkatalogs besonders berücksichtigt werden.
Darüber hinaus fordert die Fraktion eine enge Zusammenarbeit mit Schulen, um deren Erfahrungen und Erkenntnisse in die Entwicklung des Konzepts einzubeziehen. Sollte sich zeigen, dass Konflikte zwischen unterschiedlichen ethnischen Gruppen eine Rolle spielen, müsse frühzeitig durch Aufklärung, Begegnung und Dialog einer gesellschaftlichen Spaltung sowie rassistischen Tendenzen entgegengewirkt werden.
Das Bürgernetzwerk betont ausdrücklich, dass der Schwerpunkt nicht auf Bestrafung, sondern auf Prävention, Beratung und Unterstützung liegen soll. Auch die Schaffung eines gemeinsamen Jugendtreffs oder eines teilweise selbstverwalteten Angebots für Jugendliche soll im Rahmen der Konzeptentwicklung geprüft werden. Ziel sei es, Verantwortung, Gemeinschaftssinn, Respekt und die gewaltfreie Lösung von Konflikten zu fördern.
Die Verwaltung soll das Konzept bis zum Herbst 2026 dem zuständigen Fachausschuss vorlegen. Auf dieser Grundlage soll anschließend eine praktikable Beschlussvorlage für die Stadtverordnetenversammlung erarbeitet werden.

