Pressemeldung: Angebot für Tagespflege wichtig

Bürgernetzwerk begrüßt Bauvorhaben Baugenossenschaft / Johanniter für Tagespflege

Schon einige Zeit ist bekannt, dass die Baugenossenschaft (BG) und die Johanniter Unfallhilfe (JUH) gemeinsam ein soziales Bauprojekt für ein Angebot zur Tagespflege betroffener Menschen in Viernheim planen. Jetzt fand eine offizielle informative Vorstellung des Projektes im Ausschuss Soziales, Sport und Kultur statt.

Danach wird im Baugebiet Am Schmittsberg II ein größeres Areal im Besitz der BG hierfür konkret überplant. Es liegen bereits konkrete Baupläne vor. Im Erdgeschoss eines vierstöckigen Wohnkomplexes soll die großzügig gestaltete Tagespflegeeinrichtung in Trägerschaft der JUH für insgesamt bis zu 19 Pflegeplätzen entstehen. Nach Ansicht des Bürgernetzwerkes ist diese Planung überaus gelungen mit allen nötigen Aktivitäts-, Ruhe- und Freizeitbereichen sowie einer Gartenanlage. In deren Ausgestaltung könnte auch die erste Generation der Nutzer*innen einbezogen werden. Wie bei allen solchen größerem Bauvorhaben empfiehlt sich die Anhörung der Anwohnerschaft als Teil einer Bürgerbeteiligung. Bspw. könnten zum Abend hin auch die Parkplätze der Einrichtung für Anwohner bis morgens zur Verfügung gestellt werden.

Tagespflege ist laut Pflegeversicherung vorgesehen für Menschen mit einem Pflegegrad 1-5, wobei die Pflegestufe 5 im Einzelfall zu prüfen ist. Tagespflege bedeutet, dass tagsüber von ca. 7/8h bis nachmittags 16/17h die Pflege der bedürftigen Menschen dort vollumfänglich geleistet wird. Dies entlastet pflegende Angehörige tagsüber. Da die Pflege jeweils nach einzelnen Tagen in Anspruch genommen werden kann, bedarf es zur Wirtschaftlichkeit der Einrichtung ca. 60/70 Anmeldungen.

Mit diesem privaten Bauvorhaben löst die Baugenossenschaft wiederum ihre soziale Verantwortung ein. Vor Jahren war ein vergleichbares Angebot der Stadt Viernheim mangels Nachfrage gescheitert. Deshalb ist es nach Ansicht des Bürgernetzwerkes wichtig, das Vorhaben öffentlich immer wieder positiv zu bewerben, auch um den Kreis der Interessenten über den bisherigen Kreis von der JUH bereits betreuter Personen zu erweitern.

Die UBV hatte zudem angeregt, im neuen Baugebiet NW2 ein ähnliches Projekt zur Betreuung von Senioren vorzusehen. Das Bürgernetzwerk unterstützt diese Anregung ausdrücklich. Angesichts des demographischen Wandels (Stichwort Überalterung) steigt der Bedarf an seniorengerechten Wohnangeboten beständig. Dazu zählen neben Einrichtungen der Tagespflege, betreutes Wohnen, Seniorenwohngemeinschaften und intergeneratives Wohnen als experimentelles Wohnvorhaben. Da Viernheim flächenmäßig an seine Grenzen stößt, sind logischerweise für jedes neues Baugebiet solche Senioreneinrichtungen zu prüfen. Am Bannholzgraben wurde dies leider versäumt. Bei NW2 droht die gleiche Fehlplanung.

Allerdings bedingt die Überalterung auch einen Rückgang in der Bevölkerung. Bereits 2025 hat Viernheim ca. 1% an seiner Bevölkerungszahl verloren. Dies bedeutet, dass der Bedarf an solchen Angeboten zeitlich sehr genau zu überprüfen und anzupassen ist. Mathematisch entsteht zunächst ein Überhang mit hoher Nachfrage, gefolgt von einem signifikanten Rückgang mit geringer Nachfrage im generativen Verlauf, d.h. 15-20 Jahren (Kohorten Effekte) Zu empfehlen ist es nach Ansicht des Bürgernetzwerkes deshalb solche Einrichtungen so zu gestalten, dass sie später als „normale“ Wohnungen benutzt werden können. Auch deshalb ist die Einrichtung von Tagespflegeangeboten außerhalb fixer Seniorenheime sehr sinnvoll. Dies war einer der Fehler des damaligen städtischen Vorhabens: Gut gemeint, aber fachlich falsch angegangen.

Eventuell kann die Präsentation mit dem Copyright der JUH im Ratsinformationssystem der Stadt Viernheim verfügbar gemacht werden für Interessenten. Dies ist seitens des Ausschussvorsitzenden zu prüfen und anzuregen.

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